Ja, Sie müssen sich nicht zwischen scharfem Sehen und Sonnenschutz entscheiden. Eine Sonnenbrille mit Sehstärke vereint beides in einem Glas: Ihre persönliche Korrektur und einen getönten Filter, der die Augen vor Blendung und UV-Strahlung schützt. Damit das im Alltag wirklich funktioniert, kommt es aber auf mehr an als auf eine dunkle Tönung. Entscheidend sind der UV-Schutz, die richtige Tönungsstufe und die Frage, ob polarisierte oder selbsttönende Gläser für Sie sinnvoll sind. Dieser Ratgeber geht alles der Reihe nach durch.
Was ist eine Sonnenbrille mit Sehstärke?
Bei einer Sonnenbrille mit Sehstärke werden Ihre optischen Korrektionsgläser direkt getönt oder als getönte Gläser gefertigt. Sie tragen also keine zusätzliche Sehhilfe unter der Sonnenbrille, sondern schauen durch ein einziges Glas, das gleichzeitig korrigiert und schützt.
Das ist möglich für nahezu jede Sehstärke, ob kurzsichtig, weitsichtig oder mit Hornhautverkrümmung. Auch eine Gleitsichtbrille lässt sich als Sonnenbrille fertigen, dazu weiter unten mehr. Der große Vorteil gegenüber einer aufgesteckten Lösung: Das Bild ist von Rand zu Rand klar, ohne störende Kanten oder doppelte Scheiben.
Ihre Möglichkeiten im Überblick
Es führen mehrere Wege zum Ziel, und der beste hängt von Ihrem Alltag ab:
- Getönte Korrektionsgläser: die klassische Sonnenbrille mit Ihrer Sehstärke. Eine zweite, vollwertige Brille nur für draußen.
- Selbsttönende Gläser: eine einzige Brille, deren Gläser sich bei Sonne verdunkeln und in Innenräumen wieder aufhellen.
- Polarisierte Gläser: getönte Korrektionsgläser mit einem zusätzlichen Filter gegen Blendung durch reflektierende Flächen.
- Aufsteckbare Sonnengläser (Clip-on) oder Vorhänger: Sonnengläser, die Sie bei Bedarf auf Ihre normale Brille setzen.
Welcher Weg sich für wen lohnt, vergleichen wir ausführlich in einem eigenen Ratgeber für Brillenträger. Hier schauen wir uns zunächst an, was ein gutes Sonnenglas ausmacht, egal für welche Variante Sie sich entscheiden.
UV-Schutz: der wichtigste Punkt, den viele übersehen
Hier liegt das größte Missverständnis rund um Sonnenbrillen: Eine dunkle Tönung bedeutet nicht automatisch guten UV-Schutz. Tönung und UV-Filter sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Warum das gefährlich sein kann: Unter einem dunklen Glas weitet sich Ihre Pupille, weil weniger sichtbares Licht ankommt. Fehlt jetzt der UV-Filter, gelangt sogar mehr schädliche UV-Strahlung ins weit geöffnete Auge als ganz ohne Brille. Eine billige, dunkle Sonnenbrille ohne UV-Schutz ist deshalb schlechter als gar keine.
Achten Sie also immer auf einen vollständigen UV-Schutz, oft als UV400 gekennzeichnet. Das bedeutet, dass Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern blockiert wird, also der gesamte für das Auge relevante UV-Bereich. Die gute Nachricht: Bei Markengläsern von einem Fachoptiker ist dieser Schutz Standard, unabhängig davon, wie hell oder dunkel die Tönung ausfällt. UV-Schutz kostet Sie also keine Dunkelheit.
Die Tönungsstufen 0 bis 4: welche passt wann?
Sonnengläser werden in fünf Tönungskategorien eingeteilt, von 0 bis 4. Sie sagen aus, wie viel sichtbares Licht das Glas schluckt:
- Kategorie 0: nahezu klar bis ganz leicht getönt. Für Innenräume und bewölkte Tage, eher modisch als schützend.
- Kategorie 1: leichte Tönung für diesiges Wetter und die Dämmerung.
- Kategorie 2: mittlere Tönung für wechselhaftes Licht und den Alltag in der Stadt.
- Kategorie 3: dunkle Tönung für sonnige Tage. Das ist die häufigste Wahl für Sommer, Strand und Urlaub.
- Kategorie 4: sehr dunkle Tönung für extreme Verhältnisse wie Hochgebirge oder Gletscher. Wichtig: Diese Kategorie ist zum Autofahren nicht zugelassen, weil sie zu viel Licht wegnimmt.
Für die meisten Menschen in Wien ist Kategorie 3 die richtige Wahl für den Alltag. Wer viel in den Bergen unterwegs ist, denkt zusätzlich über Kategorie 4 nach, sollte dann aber eine separate Brille fürs Auto haben.
Polarisierte Gläser: weniger Blendung, mehr Kontrast
Polarisierte Gläser haben einen zusätzlichen Filter, der störende Reflexionen von glatten Flächen herausnimmt. Das Ergebnis ist ein ruhigeres, kontrastreicheres Bild mit satteren Farben.
Besonders spürbar ist der Effekt in diesen Situationen:
- Am und auf dem Wasser: Das Glitzern der Oberfläche verschwindet, Sie sehen entspannter.
- Auf nasser Straße: Spiegelungen auf dem Asphalt werden gedämpft, das schätzen viele beim Autofahren.
- Im Schnee: Die grelle Blendung lässt nach.
Einen kleinen Nebeneffekt sollten Sie kennen: Polarisierte Gläser können manche digitalen Displays schlechter lesbar machen, etwa das Armaturenbrett im Auto, ein Handy oder Anzeigen am Bankomaten. Für die allermeisten überwiegt der Gewinn an Sehkomfort deutlich, aber es ist gut, den Effekt vorher zu kennen. Am besten probieren Sie es bei uns aus, dann sehen Sie sofort, ob polarisierte Gläser zu Ihnen passen.
Selbsttönende Gläser: eine Brille für drinnen und draußen
Selbsttönende Gläser, oft auch phototrope Gläser genannt, verdunkeln sich bei Sonnenlicht und werden in Innenräumen wieder klar. Der Reiz liegt auf der Hand: Sie brauchen nur eine einzige Brille für alle Lichtverhältnisse und müssen nichts wechseln.
Das ist praktisch, hat aber Grenzen, die man ehrlich benennen sollte:
- Im Auto tönen sie kaum. Die Windschutzscheibe filtert einen Großteil der UV-Strahlung, die das Glas zum Verdunkeln braucht. Für reine Autofahrer ist das oft die falsche Wahl.
- Der Wechsel dauert. Das Aufhellen im Innenraum braucht einige Momente.
- Die Tönung erreicht selten das Niveau einer echten Sonnenbrille der Kategorie 3.
Für alle, die eine unkomplizierte Alltagsbrille suchen und viel zwischen drinnen und draußen wechseln, sind selbsttönende Gläser trotzdem eine sehr angenehme Lösung.
Die Gleitsichtbrille als Sonnenbrille
Wer eine Gleitsichtbrille trägt, muss draußen nicht auf scharfes Sehen in allen Entfernungen verzichten. Gleitsichtgläser lassen sich ebenso als getönte Sonnengläser fertigen. So sehen Sie auch mit der Sonnenbrille die Straße in der Ferne, das Navi im Mittelbereich und die Speisekarte in der Nähe gestochen scharf.
Bei der Fassungswahl gelten dabei dieselben Punkte wie bei jeder Gleitsichtbrille, etwa eine ausreichende Glashöhe und ein stabiler Sitz. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite zu Gleitsichtbrillen in Wien.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Eine gute Sonnenbrille mit Sehstärke ist Maßarbeit. Diese Punkte lohnen die Aufmerksamkeit:
- Passform und Abdeckung: Die Fassung sollte die Augen gut umschließen, damit von der Seite wenig Licht einfällt. Etwas größere Gläser schützen mehr.
- Fassungsform bei starker Sehstärke: Sehr stark gebogene, sportliche Fassungen sind bei höheren Korrekturwerten nicht immer umsetzbar. Wir sagen Ihnen ehrlich, was mit Ihren Werten gut funktioniert.
- Glasqualität: Hochwertige Gläser bieten neben dem UV-Schutz eine gleichmäßige Tönung und eine gute Entspiegelung an der Rückseite, damit Sie nicht von hinten geblendet werden.
- Die richtige Grundlage: Voraussetzung für jede Sonnenbrille mit Sehstärke sind aktuelle Werte. Wie alt Ihre letzte Messung ist, klären wir mit einem kostenlosen Sehtest.
Häufige Fragen
Kann ich meine normale Sonnenbrille mit meiner Sehstärke verglasen lassen? Oft ja. Ob eine vorhandene Fassung sich eignet, hängt von ihrer Form, der Biegung und Ihren Werten ab. Bringen Sie die Brille einfach mit, wir prüfen das direkt vor Ort.
Was kostet eine Sonnenbrille mit Sehstärke? Einen Pauschalpreis gibt es nicht, weil es sich um eine Maßanfertigung handelt. Der Preis hängt von der Glasart ab, etwa einfach getönt, polarisiert oder selbsttönend, sowie von der Fassung und Ihrer Sehstärke. In der Beratung finden wir gemeinsam die Lösung, die zu Ihrem Budget passt.
Sind polarisierte Gläser zum Autofahren geeignet? Grundsätzlich ja, viele empfinden sie auf der Straße als angenehm, weil Spiegelungen auf dem Asphalt verschwinden. Beachten Sie nur, dass manche digitalen Anzeigen im Fahrzeug schwächer erscheinen können. Tönungskategorie 4 ist zum Fahren generell nicht erlaubt.
Reicht nicht eine selbsttönende Brille für alles? Für viele Alltagssituationen ja. Wenn Sie aber viel Auto fahren oder eine wirklich dunkle Tönung am Strand möchten, ist eine eigene Sonnenbrille die bessere Wahl.
Probieren Sie es bei uns aus, im Herzen Wiens
Ob getönt, polarisiert oder selbsttönend, den Unterschied sieht man am besten selbst. Bei uns setzen Sie die Modelle auf, vergleichen die Tönungen im Tageslicht und wir beraten Sie ehrlich, welche Lösung zu Ihren Augen und Ihrem Alltag passt. Auf Wunsch prüfen wir vorher mit einem kostenlosen Sehtest Ihre aktuellen Werte. In unserer Markenwelt finden Sie dazu Sonnenbrillen von Andy Wolf über Masunaga bis Porsche Design.
Sie finden uns am Lugeck 1/2 in 1010 Wien, nur wenige Schritte vom Stephansdom. Wir beraten Sie auf Deutsch, Englisch und Russisch.
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