Die ehrliche Antwort lautet: für manche Menschen ja, für andere nicht. Eine Computerbrille lohnt sich vor allem dann, wenn Sie viele Stunden am Bildschirm verbringen und Ihre normale Brille für die Bildschirmentfernung nicht optimal eingestellt ist. Besonders spürbar wird das ab etwa 40 Jahren. Wichtig zu wissen: Der eigentliche Nutzen einer Computerbrille liegt nicht im vielbeworbenen Blaulichtfilter, sondern in der richtigen Schärfe für den mittleren Abstand. Und wenn Sie in Österreich viel am Bildschirm arbeiten, zahlt unter Umständen Ihr Arbeitgeber. Dieser Ratgeber ordnet das für Sie ein.
Was ist eine Computerbrille?
Eine Computerbrille, oft auch Bildschirmbrille oder Arbeitsplatzbrille genannt, ist eine Brille, deren Gläser auf die typischen Entfernungen am Arbeitsplatz abgestimmt sind. Das ist vor allem der Bereich zwischen etwa 50 und 90 Zentimetern, also die Distanz zum Monitor, sowie der Nahbereich für Unterlagen auf dem Schreibtisch.
Genau hier liegt der Unterschied zur normalen Brille. Eine gewöhnliche Fernbrille ist auf große Entfernungen scharf gestellt, eine Lesebrille auf etwa 40 Zentimeter. Der Bildschirm liegt dazwischen, in einem Bereich, den keine der beiden ideal abdeckt. Eine Computerbrille schließt genau diese Lücke.
Warum eine normale Brille am Bildschirm oft nicht reicht
Solange die Augen jung und flexibel sind, gleichen sie unterschiedliche Entfernungen mühelos selbst aus. Das ändert sich ab etwa dem 40. Lebensjahr, wenn die Augenlinse langsam an Anpassungsfähigkeit verliert. Ab da wird die Sache am Schreibtisch unbequem.
Wer eine Lesebrille trägt, hält Unterlagen scharf, sieht den Monitor aber verschwommen. Wer eine Gleitsichtbrille trägt, kennt ein anderes Problem: Der Bereich für den mittleren Abstand ist in einem Gleitsichtglas relativ schmal und liegt weit unten. Um den Monitor scharf zu sehen, muss man den Kopf in den Nacken legen. Über Stunden führt das zu Verspannungen in Nacken und Schultern. Viele halten das für ein Rückenproblem, dabei liegt die Ursache in der Brille.
Eine Computerbrille löst das, weil sie den mittleren und nahen Bereich großzügig abbildet. Sie sitzen aufrecht, blicken entspannt geradeaus auf den Monitor und nach unten auf die Tastatur, ohne den Kopf zu verrenken.
Brauche ich wirklich eine?
Diese Frage lässt sich gut an Ihrem Alltag festmachen. Eine Computerbrille ist für Sie sinnvoll, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Sie arbeiten täglich mehrere Stunden am Bildschirm.
- Sie sind etwa 40 Jahre oder älter.
- Gegen Nachmittag brennen oder ermüden Ihre Augen, oder Sie bekommen Kopfschmerzen.
- Sie ertappen sich dabei, wie Sie den Kopf heben oder näher an den Monitor rücken, um scharf zu sehen.
- Sie haben Verspannungen im Nacken, für die es keinen anderen Grund gibt.
Weniger nötig ist eine eigene Computerbrille, wenn Sie jung sind, ohnehin keine Sehhilfe brauchen und beschwerdefrei am Bildschirm sitzen. In dem Fall bringen gute Gewohnheiten und die Einstellung des Arbeitsplatzes meist mehr, dazu weiter unten.
Der sicherste Weg zur Klarheit ist ein Sehtest. Dabei sehen wir, wie Ihre Augen auf die verschiedenen Entfernungen reagieren, und sagen Ihnen ehrlich, ob eine Computerbrille für Sie einen echten Unterschied macht oder nicht.
Und was ist mit Blaulichtfiltern?
Hier lohnt sich ein ehrlicher Blick, weil rund um das Thema viel versprochen wird. Blaulichtfilter werden oft als Mittel gegen müde Augen, für besseren Schlaf und zum Schutz der Netzhaut verkauft. Die wissenschaftliche Grundlage dafür ist allerdings schwach.
Die bisher umfassendste Auswertung, eine Übersichtsarbeit der unabhängigen Cochrane-Organisation aus dem Jahr 2023, hat 17 kontrollierte Studien zusammengefasst. Das Ergebnis: Blaulichtfilternde Gläser machen für die Augenbelastung bei Bildschirmarbeit vermutlich keinen messbaren Unterschied, und auch für besseren Schlaf oder einen Schutz der Netzhaut fand sich kein Beleg. Dazu kommt, dass handelsübliche Blaulichtfilter ohnehin nur einen kleinen Teil des blauen Lichts abfangen.
Das heißt nicht, dass ein Blaulichtfilter schadet. Wer sich damit subjektiv wohler fühlt, kann ihn wählen. Nur sollten Sie wissen, dass er nicht der Grund ist, warum eine Computerbrille wirkt. Der Nutzen kommt von der richtigen Schärfe für die Bildschirmentfernung, nicht von der Tönung des Lichts. Wir beraten Sie hier bewusst ehrlich und verkaufen Ihnen keinen Filter mit Versprechen, die er nicht halten kann.
Was tatsächlich gegen müde Augen hilft, sind gute Sehgewohnheiten und ein sinnvoll eingerichteter Arbeitsplatz. Das schauen wir uns gleich noch an.
Bildschirmbrille und Arbeitgeber: Ihre Rechte in Österreich
Diesen Punkt kennen viele nicht, dabei kann er bares Geld sparen. In Österreich regelt die Bildschirmarbeitsverordnung, Teil des Arbeitnehmerschutzgesetzes, die Vorsorge bei Bildschirmarbeit. Die wichtigsten Eckpunkte:
- Anspruch auf eine Augenuntersuchung: Wer einen nicht unwesentlichen Teil der Arbeit am Bildschirm verbringt, hat Anspruch auf eine Untersuchung der Augen und des Sehvermögens. Als Richtwert gilt: durchschnittlich mehr als zwei Stunden ununterbrochen oder mehr als drei Stunden über den Tag verteilt.
- Der Arbeitgeber trägt die Kosten der Untersuchung, soweit sie nicht ohnehin die Gesundheitskasse übernimmt. Vorgesehen ist die Untersuchung vor Aufnahme der Tätigkeit, danach in Abständen von höchstens drei Jahren und bei entsprechenden Beschwerden.
- Wird eine spezielle Bildschirmbrille benötigt, weil eine normale Brille für die Bildschirmarbeit nicht ausreicht, muss der Arbeitgeber die notwendigen Kosten übernehmen. Dazu zählen auch entspiegelte oder spezielle Gläser, die aus Gründen des Arbeitnehmerschutzes nötig sind.
- Es gibt aber Grenzen: Anspruch besteht nur auf das Notwendige, also eine gut sitzende, einfache Fassung. Eine besonders exklusive Fassung oder eine höhere Ausstattung geht darüber hinaus und ist nicht gedeckt.
Ein wichtiges Detail zum Ablauf: Ob eine spezielle Bildschirmbrille erforderlich ist, stellt eine Fachärztin oder ein Facharzt für Augenheilkunde fest und stellt dafür einen Verordnungsschein aus. Den Sehtest und die Anfertigung der Brille übernehmen dann wir als Optiker. Klären Sie vor dem Kauf, ob es in Ihrem Betrieb eine Vereinbarung dazu gibt, verständigen Sie Ihren Arbeitgeber und holen Sie am besten einen Kostenvoranschlag ein, um spätere Unstimmigkeiten zu vermeiden.
Bitte beachten Sie, dass dies eine allgemeine Information ist und kein Rechtsrat. Die Details hängen vom Einzelfall und der geltenden Fassung der Verordnung ab. Im Zweifel hilft die Arbeiterkammer weiter. Gern unterstützen wir Sie beim optischen Teil und erklären Ihnen, was in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Was Sie sonst noch für entspanntes Sehen tun können
Eine Computerbrille ist ein Baustein, nicht die ganze Lösung. Diese einfachen Gewohnheiten entlasten Ihre Augen zusätzlich:
- Die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für rund 20 Sekunden in die Ferne blicken, etwa aus dem Fenster. Das entspannt die Augenmuskulatur.
- Bewusst blinzeln: Am Bildschirm blinzeln wir seltener und unvollständiger, dadurch trocknen die Augen aus. Regelmäßige Pausen und gelegentliches bewusstes Blinzeln helfen.
- Der richtige Abstand und die richtige Höhe: Die Oberkante des Monitors etwa auf Augenhöhe, der Bildschirm eine Armlänge entfernt.
- Blendung vermeiden: Kein Fenster oder keine Lampe direkt hinter oder vor dem Monitor.
Diesen Punkten widmen wir einen eigenen, ausführlichen Ratgeber zum Thema müde Augen bei Bildschirmarbeit, in dem wir alles rund um Beschwerden und Abhilfe vertiefen.
Häufige Fragen
Ist eine Computerbrille dasselbe wie eine Bildschirmbrille? Ja, die Begriffe meinen dasselbe. Auch Arbeitsplatzbrille oder Bildschirmarbeitsbrille bezeichnen diese Brille für den mittleren und nahen Sehbereich am Schreibtisch.
Zahlt der Arbeitgeber meine Computerbrille? Wenn Sie die zeitlichen Voraussetzungen erfüllen und eine augenärztliche Untersuchung eine spezielle Bildschirmbrille für nötig hält, muss der Arbeitgeber die notwendigen Kosten tragen. Für eine besonders hochwertige oder exklusive Ausführung besteht dagegen kein Anspruch.
Reicht meine Gleitsichtbrille am Bildschirm nicht aus? Oft nur eingeschränkt. Der Bereich für den mittleren Abstand ist im Gleitsichtglas schmal und liegt tief, was am Monitor zu einer unbequemen Kopfhaltung führt. Eine eigene Bildschirmbrille ist für lange Bildschirmarbeit meist deutlich komfortabler. Mehr zur Gleitsichtbrille lesen Sie auf unserer entsprechenden Seite.
Brauche ich unbedingt einen Blaulichtfilter? Nein. Nach aktueller Studienlage bringt er für die Augenbelastung keinen belegten Vorteil. Entscheidend ist die richtige Schärfe für die Bildschirmentfernung.
Klären Sie es bei uns, im Herzen Wiens
Ob Sie eine Computerbrille brauchen, lässt sich am besten mit einem Blick auf Ihre Augen und Ihren Arbeitsalltag beantworten. Bei uns bekommen Sie eine ehrliche Einschätzung: Wir prüfen mit einem kostenlosen Sehtest Ihre Werte und sagen Ihnen offen, ob sich eine eigene Bildschirmbrille für Sie lohnt. Wenn Sie einen Verordnungsschein Ihres Arbeitgebers haben, fertigen wir die Brille selbstverständlich danach an.
Alles rund um die Computer- und Bildschirmbrille finden Sie auch auf unserer eigenen Seite dazu.
Sie finden uns am Lugeck 1/2 in 1010 Wien, nur wenige Schritte vom Stephansdom. Wir beraten Sie auf Deutsch, Englisch und Russisch.
Müde Augen nach der Arbeit? Vereinbaren Sie Ihren kostenlosen Sehtest und finden Sie heraus, ob eine Computerbrille für Sie sinnvoll ist.




